Biografie


Als Künstler bin ich frei und niemand steht über mir.

Giovanni Segantini
  • 1969 geboren in Bern, Schweiz
    lebt und arbeitet in Fräschels
  • erste Arbeiten ab 1995
  • seit 2011 freier Künstler
  • Verheiratet, zwei erwachsene Töchter
  • 1999 Bezug des ersten Ateliers in Thun zusammen mit dem Kunstmaler und Bruder Stefan Werthmüller
  • 2007 Bau eines eigenen Ateliers
  • Seit 2017 Ateliergemeinschaft mit der Eisenplastikerin und Tochter Jane Steel
Schweiz Kunst David Werthmüller

Kunst und Kultur in der Jugend

Der Künstler hatte als Kind das Glück, aufgrund der vielen kulturreichen Reisen seiner Eltern viele heute kaum noch zugängliche Kultstätten aus der Stein- und Bronzezeit in unberührter Natur besuchen zu können. Diese Reisen waren oft begleitet von ungenauen Wegbeschreibungen, Sprachbarrieren und Strassen, die bestenfalls als Bachbett klassifiziert werden konnten. So sind ihm so manche „Ferien“ vor allem als Abenteuer in lieber Erinnerung.

Kunst Ausbildungen

Ca. 1995 entschied er sich für einen neuen Lebensentwurf. So probierte er verschiedene Ausdrucksformen aus, verwarf sie jedoch bald wieder als untauglich. In der Folgezeit widmete er sich nächtlichen Experimenten mit einer selbst gebastelten Camera Obscura, frühmorgendlichem Zeichnen und nachmittäglichem Modellieren von Aktfiguren am Küchentisch.sold

Zudem nahm er an Kursen für Holzschnitt und Lithografie teil. Sein Eindruck verdichtete sich allmählich, dass die Zeichnung für ihn das beste Medium sei, obwohl er noch weit von zufriedenstellenden Ergebnissen entfernt war. So beschloss er, sich zunächst ausschliesslich der Zeichnung zu widmen und betrachtet das Erlernen dieser Kunst bis heute als eines seiner größten Abenteuer.

Dabei stellte er sich grundlegende Fragen über seine Wahrnehmung und das Sehen selbst, sowie über die Möglichkeit, seine eigene Wahrnehmung zu kontrollieren. Dieses Forschen und Entdecken fesselte ihn so sehr, dass er es als Besessenheit empfand.

„Ich habe mir alles selbst beigebracht!“

David Werthmüller

Vom Zeichner zum Eisenplastiker

Wie kam es dazu, dass sich der Fokus seiner Arbeit auf Skulpturen richtete? Obwohl Skulpturen aufgrund ihrer physischen Eigenschaften nur von einer Seite aus betrachtet werden können und somit höchstens Reliefcharakter aufweisen, ist es unser Wissen über ihre räumliche Dimensionalität, das unsere Wahrnehmung von ihnen beeinflusst. Eine dreidimensionale Skulptur, wie zum Beispiel ein Kopf, wird von uns nicht als flache Scheibe wahrgenommen, wenn wir sie von vorne betrachten. Stattdessen fügen wir unser Vorwissen über die räumliche Ausdehnung von Objekten hinzu und schaffen damit eine konstruierte Wirklichkeit.

„Zeichnen können ist wesentlich!“

Der Bildhauer ist sich bewusst, dass er nicht der erste ist, dem auffällt, dass beim Zeichnen die Möglichkeit fehlt, das Dargestellte intensiver zu begreifen. Die Zeichnung vermag dies nur begrenzt zu leisten. Im Gegensatz dazu kann die Skulptur einen räumlichen Eindruck und den daraus resultierenden Ausdruck im Raum erzeugen. Aus diesem Grund erschafft der Bildhauer Skulpturen.

Das Zeichnen stellt zweifellos eine künstlerische Ausdrucksform dar, welche auch von namhaften Bildhauern intensiv genutzt wird. David Werthmüller ist sich stets der Tatsache bewusst, dass sein zeichnerisches Werk lediglich den Anfang eines langen Schaffensprozesses darstellt. Vielmehr fasziniert ihn die Skulptur auf eine andere, tiefgreifende Weise. Der Moment, in dem eine flüssige, glühende Masse aus Eisen Gestalt annimmt, entfaltet eine unbeschreibliche Faszination. Skulpturen sind nicht nur visuell wahrnehmbar, sondern auch haptisch erfahrbar. Ein Bild oder eine Zeichnung hingegen bleiben lediglich ein Gegenstand, welcher zwar Illusionen hervorrufen kann, aber letztlich nur eine Erinnerung oder Fiktion auf Leinwand oder Papier darstellt. In dieser Hinsicht besitzen Skulpturen einen existenzialen Charakter, der in der bildenden Kunst seinesgleichen sucht.

Experimente mit flüssigem Eisen

Ab 1995 macht Werthmüller erste Versuche in Ton oder Gips zu modellieren. Darauf folgte eine Phase mit aus Leinwand gestalteten Figuren. Um diese haltbarer zu machen, wechselt er zum kalten Verformen von Kupferblechen. Danach folgten zahlreiche Experimente mit flüssigem Eisen. So entwickelt sich über Jahre seine eigene Technik. Sein Werk besteht ausschliesslich aus handgefertigten Unikaten. Also keine „Giessereikunst“.

Die Reise geht weiter